Padma Balance


Die Kreisbilder sind Einladungen. Einladungen darin einzutauchen, sich Zeit zu nehmen, für die Räumlichkeiten in dem Bild, für Tiefe und Energien, die hier spürbar werden, wenn man mit den ganzen Sinnen und nicht nur mit den irdischen Augen hinsieht.

Zeit nehmen, Raum geben, eintauchen, spüren, Antwort finden.


Die Symbolsprache des Lebens in der Kunst des Mandalas

- Gedanken über das Kreisbild von der Mandalakünstlerin Sabine Bacher

Das Mandala ist eine Sequenz, ein Ausschnitt aus dem kollektiven Unbewussten, es ist ein Abdruck (in schöpferischer Vielfalt) des Universums

Symbole haben einen Kulturspezifischen, aber auch einen kollektiven Charakter. Symbole entspringen dem was uns umgibt, der Natur und Umwelt in der wir leben. Das Mandala - =ein Sanskritwort welches auf den Kreis und seinen Mittelpunkt verweist - ist Kulturgut der Menschheit und findet sich überall in den Formen der Natur – man denke nur an die Iris des menschlichen Auges, die Planeten, das Schneckenhaus und vieles mehr – oftmals auch in geometrischer Gestaltung (die Schneeflocke, Kristalle, Wasserkristalle) Das Mandala verweist auf das Zentrum in uns selbst:

„…die Ahnung eines Persönlichkeitszentrums, sozusagen eine zentrale Stelle im Inneren der Seele, auf die alles bezogen, durch die alles geordnet ist und die gleichzeitig eine Energiequelle darstellt. Die Energie des Mittelpunktes offenbart sich im beinahe unwiderstehlichen Zwang und Drang, das zu werden, was man ist, wie jeder Organismus annähernd jene Gestalt, die ihm wesenseigentümlich ist, unter allen Umständen annehmen muss. Dieses Zentrum ist nicht gefühlt oder gedacht als das Ich, sondern wenn man so sagen darf, als das Selbst.“ (C.G. Jung in Die Archetypen und das kollektive Unbewusste)

 

Das Mandala wirkt – Heilung und Mitte finden

Das Gestalten von Mandalas ist in einer großen Krise meines Lebens im Jahr 2002 erstmals entstanden und entfaltet sich zu meiner Freude seitdem unaufhörlich. Das Zeichnen der Bilder hat mir in einer schweren Depression dabei geholfen meine Mitte wieder zu finden und hat dabei vieles in meinem Leben kraftvoll in Bewegung gebracht.

Zur Heilkraft des Mandalas will ich Dr. med. Rüdiger Dahlke aus seinem „Arbeitsbuch zur Mandalatherapie“ zitieren. Der bekannte Ganzheitsmediziner, Psychotherapeut und Fastenarzt setzt sich seit mehr als 30 Jahren mit der Heilkraft und Vielfalt von Mandalas auseinander: „Tatsächlich ist es [das Mandala] im Bereich der Seele ein Allheilmittel, und da in einem ganzheitlichen Weltverständnis alles Körperliche wiederum mit der Seele zwar nicht kausal, aber synchron zusammenhängt, ist das Mandala-Malen bei so ziemlich allen Problemen angezeigt. […] bringen Mandalas den Bezug zur Mitte konkret und im übertragenen Sinn ins Spiel.“


Reise zur Mitte, zum Kern. Spiegel der Seele.

Das Mandala ist meines Erachtens keine statische Kunstform. Vertieft man sich über Meditation oder Trance in das Zentrum eines Mandalas, dann entsteht Bewegung. Mandalas laden dazu ein sich auf die Reise zu begeben, die Reise in das eigene Selbst. Es sind Tore zur Seele oder in andere Wirklichkeiten, die aber mit der eigenen Seele in Korrespondenz stehen. Was hier zweidimensional erscheint hat eine dreidimensionale, wohl auch vierdimensionale Sprache.

Beim Zeichnen der Bilder sehe ich mich als Kanal, als Überträger von Energieformen, als „Sprachrohr“ einer nicht-sichtbaren Realität. Ich habe bei der Arbeit kein konkretes Konzept, es entsteht von selbst was vermittelt werden will in einem Zustand der Versenkung. Ich lasse geschehen.